Bugholendry e. V.
Verein "Mutterkolonie Neudorf und Tochterkolonien"


Bugreise September 2014

 

Wichtiges Treffen der Nachkommen von Bugolendry

 

 Am 14. September fand im Gemeindeamt von Slawatycze ein weiteres Treffen der Nachkommen von Bugholendry, die gegenwärtig in Deutschland leben und im Verein Mutterkolonie Neudorf und Tochterkolonien „Bugholendry“ organisiert sind, mit den Gemeindevertretungen von Slawatycze und Vertretern örtlicher Vereine statt. Den Verein „Bugholendry“ repräsentierten der  Vorsitzende des Vereins Siegfried Ludwig und das Vorstandsmitglied Elke Blank.

 

 

Den Hauptpunkt der Begegnung bildeten die einleitenden Vereinbarungen zur Vorbereitung des Jubiläums anlässlich des 400. Jahrestages der Gründung der Kolonien von Neubruch und Neudorf am 3.Juni 2017.
Es ist geplant, die dreitägigen Feierlichkeiten und Veranstaltungen auf beiden Bugseiten in Moscice Dolne (Neudorf), Slawatycze und Domaczewo sowie in den auf dem rechten Ufer liegenden ehemaligen Teilen der Kolonien Neudorf und Neubruch (Republick Belaruss) durchzuführen.

Dieses Mal trug das Treffen einen Arbeitscharakter. Daher verlief es auf beiden Seiten  im Gegensatz zu den früheren fünf internationalen Treffen von Bugholendry  im stark eingeengten Arbeitskreis. Als einzige begleitete  Frau Bertha Hartig aus München, die aus einer alten Olendryfamilie Hildebrandt stammt, die Vertreter von „Bugholendry“ auf dem Ausflug in das Land der Vorfahren und nach Brest, wo sie 1933 geboren wurde.
Der gesamte Aufenthalt der Gruppe fand auf beiden Seiten  des Bugs in der Zeit  23. – 29. September statt.
    Während des Treffens wurde vom Bürgermeister von Slawatycze – Dariusz Trybuchowicz –  eine Einverständniserklärung zur Organisation der Jubiläumsveranstaltungen auf dem Gebiet der Gemeinde durch den Verein „Bugholendry“ sowie eine Deklaration, dieses organisatorisch zu unterstützen, unterzeichnet.
Am Treffen nahm der Sekretär der Gemeinde Arkadiusz Misztal teil, als Verantwortlicher für die Koordinierung der Vorbereitungen dieser Feierlichkeiten und entsprechender Zusammenarbeit mit dem Verein „Bugholendry“.

 

 

Die Probleme im Zusammenhang mit der laufenden Zusammenarbeit zwischen den Olendrynachkommen in Deutschland und Polen besprachen gemeinsam Siegfried Ludwig und Antoni Chorazy, welcher mit dem deutschen Verein auf dem Gebiet der historischen und genealogischen Forschungen zusammenarbeitet und die Reise sowie den Aufenthalt dieses Vereins am Bug logistisch unterstützt. Der bei der Begegnung anwesende Redakteur Lech Scibor-Rylski ist befugt, einleitende Aktivitäten bei der Erarbeitung eines Festalbums anlässlich dieses Jubiläums zu unternehmen.

Die Tatsache, dass das Treffen vom Gemeindekulturzentrum vorbereitet wurde und dass der Direktor des Kulturzentrums, Boleslaw Szuleja, sowie die  Mitarbeiter des Kulturzentrums und die Lehrerin für Geschichte, Jozefa Jolanta Buczek, aus dem örtlichen Schulzentrum anwesend waren, zeugt  vom großen Interesse an der Olendry-Thematik  als eines der Elemente des historischen und kulturellen Erbes auf dem Gebiet der Gemeinde Slawatycze.
Diese mehr als drei Jahrhunderte andauernde Koexistenz multinationaler Kulturen und Menschen, die in der Flucht vor  Konflikten in dem schwierig zu bewirtschaftenden Bugniederungen bei Slawatycze ihr Asyl gefunden haben, kann ein einzigartiges historisches Beispiel für das gegenwärtige Europa bilden. Dank  Olendry wurde es möglich, die fruchtbare Erde des gewaltigen Beckens in der  Bugniederung, dass jedoch bei Überschwemmungen im Frühjahr unter Wasser stand, zu bewirtschaften. Bevor diese Gemeinschaft mit deutschen und polnischen Wurzeln durch den totalitären 2. Weltkrieg zerstört wurde, lebten diese Völker gemeinsam in sozialer und religiöser Toleranz zweier christlicher Glaubensrichtungen:  Protestantismus (Gemeinde Nejdorf –ab 1929 Moscice) und Katholizismus (Nejdorf – Nejbrow, Zugehörigkeit zu den Gemeinden Slawatycze, Brest-Litowsk und Domaczewo) .
Es ist zu hoffen, dass sich diesen  Vorbereitungen auf die Jubiläumsfeierlichkeiten auch die gesamte lokale Gesellschaft anschließt - im Namen der Verständigung und Achtung für das Leben und Werk vergangener Generationen der Siedler am Bug vor vierhundert Jahren.

 Von Antoni Chorazy

 

 

 

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